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Art Space - Corrections

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In seinem Roman „Die Korrekturen“ schuf Jonathan Franzen 2001 ein großartiges satirisches Familiendrama. Er schildert den erfolglosen Versuch von drei Kindern, während ihres eigenen Lebens die Lebensmuster ihrer Eltern zu korrigieren.

Die drei Bilder sind in der C-Mine in Genk entstanden, in der Ausstellung “Black-Out” von Sofie Muller. Mullers Figuren sind mir direkt unter die Haut gegangen. Die unsichtbare Anwesenheit von erwachsener Disziplin und Dominanz betont umso mehr die kindliche Wehrlosigkeit und Kopflosigkeit, die Unterdrückung und Ohnmacht des Jungen.

Wie funktioniert die Rolle eines Unterdrückers? Die Gewalt gegen ein wehrloses Kind – wie würde sie sich anfühlen? Erst hielt ich es für witzig, die Rollen zu tauschen. Ausgerüstet mit Insignien der Tradition und des Erfolgs – weißer Schriftrolle und Zollstock, glänzendem Ehering und Autoschlüssel. Aber im nächsten Moment schon spürte ich eine abscheuliche Brutalität. Diese Rolle auszuprobieren, hatte nichts befreiendes, nichts furioses, nichts erhellendes. Was bleibt, ist eine eigenartige Erinnerung, fotografiert von meinem längst schon erwachsenen Sohn. Dankeschön Philipp, für Deine wunderbare Liebe zu mir.